Freitag, 26. Januar 2018

[Rezension] Feuerkind

Titel: Feuerkind | Autor: Stephen King | Verlag: Weltbild Verlag/ Heyne Verlag
Preis: 9,99€ (TB Heyne), Weltbildausgabe nur noch gebraucht erhältlich Seitenanzahl: 560 Seiten | ISBN: 978-3-453-43273-4
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Inhaltsangabe
Das Mädchen Charlie kann allein mit Gedanken Feuersbrünste entfachen. Ihre Eltern verlangen, dass sie diese Macht niemals einsetzt. Aber gilt das auch, wenn das eigene Leben, das Leben der Familie bedroht wird?
(Quelle: Heyne Verlag)


Meine Meinung

Es wird heiß


Endlich habe ich mal wieder einen King gelesen. Die Geschichte um das „Feuerkind“ hat mich schon immer interessiert und nun habe ich die Story verinnerlicht und für mich als einen guten King einsortiert.
Denn nicht immer bin ich für Übernatürliches zu haben, aber an der siebenjährigen Charlie kam ich einfach nicht vorbei.

King verwendet nicht viele Worte um den Leser an die Geschichte heranzuführen.
Bereits auf der ersten Seite ist man als Leser mittendrin im Geschehen. Im New York von 1981 hält Andrew seine Tochter Charlie an der Hand und ist auf der Flucht. Das Gehetzte und eine gewisse Angst kann der Autor von Anfang an herüberbringen.
Vor wem sind die beiden auf der Flucht?
Ein schwarzes Auto, zwei Männer im Anzug.
Typisch, denkt man sich als Leser, aber ganz so typisch ist der Verlauf dann doch nicht.

Flüchten können die beiden in einem Taxi. Es soll weit weit weggehen.
Für mich konnte Stephen King die Taxifahrt schon zu einem ersten Erlebnis machen. Andrew hält dem Taxifahrer einen Dollar hin, dieser ist unheimlich dankbar, weil er in diesem Dollar einen 500 Dollar-Schein sieht.
An dieser Stelle wird klar, dass nicht nur Andrew’s Tochter Charlie übernatürliche Fähigkeiten hat, sondern auch Andy selbst. Er kann sein gegenüber manipulieren.
Wer sich erhofft auf eine Geschichte zu treffen, die sich hauptsächlich um die kleine Charlie und ihre Feuerbrunst dreht, wird nicht ganz auf seine Kosten kommen. Andrew selbst spielt auch eine sehr große Rolle.

Durch ihn bekommt man auch einen Einblick in die Vergangenheit.
Seine Geschichte nahm ihren Ursprung als er sich 1969 freiwillig zu einem Experiment meldet. Hier lernt er nicht nur seine zukünftige Frau Vicky kennen, sondern sein Leben verändert sich nach diesem Experiment schlagartig.

In der Gegenwart wird schnell klar, dass die Flucht der beiden mit der Vergangenheit im Zusammenhang steht. Andrew und Charlie fliehen vor der FIRMA. Diese Institution ist förmlich auf der Jagd nach den Beiden und ihren speziellen Begabungen. Ob sie diese vereiteln möchten oder für sich als Waffe einsetzen wollen, bleibt an dieser Stelle geheim. Mit der FIRMA bringt King einige bedeutsame Figuren in die Geschichte mit ein, deren Verlauf ich ebenso gerne verfolgt habe.

Vater und Tochter finden Zuflucht und dennoch naht die Gefahr.

„Sie kommen, Daddy.“ (S. 143)

Was Stephen King wieder schafft, ist einen Lesesog zu erzeugen. Ich war unheimlich gewillt in dieser Geschichte voranzukommen.
Er kombiniert fundierte Charaktereinsichten mit Action und einem unvorhersehbaren Verlauf.
Gerade die Thematik Experimente und das Übernatürliche um Charlies Pyrokinese und Andy’s Manipulationsbegabung haben mich wirklich interessiert.

Ob Charlie’s Fähigkeit nun ein Segen oder ein Unheil ist, ist schwer zu sagen.
Ich mochte dieses kleine Mädchen auf jeden Fall sehr und sie nimmt im Buch eine alles andere als leichte Rolle ein.

„Verschwinden Sie. Nehmen Sie ihr Monstrum mit und verschwinden Sie.“ (S. 153)

Wer sich einen Showdown zum Ende des Buches erhofft, bekommt diesen in den Endzügen der Geschichte.
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Leider war mir das endgültige Ende zu offen.
King lässt hier einiges offen und wirft tatsächlich noch Sachen in die Geschichte ein, die einerseits gar keinen Sinn machen und andererseits zum Nachdenken anregt. Das Ende spaltet meiner Meinung nach wieder die King-Fans. Einige werden es mögen, andere nicht.

Und im Nachhinein hätte ich es mir gerne noch etwas feuriger gewünscht.
Ja, Charlie kommt zum Einsatz, aber King hatte zwischenzeitlich Andrew deutlich mehr im Fokus der Geschichte.


Mein Fazit
Für mich ist „Feuerkind“ und die Geschichte dahinter dennoch ganz klar eine Leseempfehlung wert. King konnte mich hier mit seiner Idee, den Charakteren und seiner Umsetzung hinsichtlich Spannungsbogen begeistern.


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Der Autor
Stephen King, 1947 in Portland, Maine, geboren, ist einer der erfolgreichsten amerikanischen Schriftsteller. Bislang haben sich seine Bücher weltweit über 400 Millionen Mal in mehr als 50 Sprachen verkauft. Für sein Werk erhielt er zahlreiche Preise, darunter 2003 den Sonderpreis der National Book Foundation für sein Lebenswerk und 2015 mit dem »Edgar Allan Poe Award« den bedeutendsten kriminalliterarischen Preis für Mr. Mercedes. 2015 ehrte Präsident Barack Obama ihn zudem mit der National Medal of Arts. Seine Werke erscheinen im Heyne-Verlag, zuletzt der Spiegel-Bestseller Mind Control.
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