Sonntag, 31. Dezember 2017

[Hörbuch- Rezension] Winter People

Titel: Winter People - Wer die Toten weckt | Autor: Jennifer McMahon 
Verlag: Ullstein Verlag | Preis: 9,99€ (TB) | Seitenanzahl: 400 Seiten
ISBN: 978-3-548-28732-4
Kaufen: Hier
(mittlerweile in neuer Covergestaltung, welche mir auch sehr gut gefällt)

Das Hörbuch ist eine Produktion von HörbucHHamburg HHV GmbH und kostet ebenfalls 14,95€ als Download. Das Hörbuch ist ungekürzt.
Gesprochen wird das Hörbuch von Elisabeth Günther.
Insgesamte Hörzeit: 11 Std.


Inhaltsangabe
Dein Kind kehrt von den Toten zurück. Doch weißt du, was dich erwartet?
Durch einen grausamen Mord verliert Sara ihre kleine Tochter Gertie. Ein Brief mit einem uralten Geheimnis hilft ihr, Gertie von den Toten zurückzuholen – für sieben Tage, in denen sie von ihrem geliebten Kind Abschiednehmen kann. Doch sie ahnt nicht, worauf sie sich einlässt. Denn manchmal finden die Toten nicht zurück. Und das Grauen hält Einzug in die Wälder von Vermont...


Meine Meinung

Tolle Sprecherin und düstere Atmosphäre


Lange stand dieses Buch in meinem Regal, einfach weil ich keine Ahnung hatte, was mich in diesem Buch erwartet. Gekauft wurde es, weil ich viele positive Stimmen zum Buch aufgeschnappt habe. Hätte ich gewusst, dass solch eine Geschichte hinter diesem Titel steckt, hätte ich viel früher zugegriffen.

Das Buch nahm ich allerdings nicht zur Hand, sondern ich wählte für diese Story das Medium Hörbuch aus und ich bin im Nachhinein unheimlich froh, weil ich mich in die Stimme der Sprecherin Elisabeth Günther verliebt habe.
Stimmen mögen absolut Geschmackssache sein, aber ich empfand eben genannte als sehr angenehm und zusätzlich unheimlich passend zur Geschichte. Elisabeth Günther schafft es, die düstere, bedrückende Atmosphäre über 11 Stunden Hörzeit konstant auf der Zunge zu tragen. Ich bin begeistert und fasziniert.
Falls ich in diese Geschichte in ein paar Jahren nochmal abtauchen möchte, werde ich zum Buch greifen, denn ich vergleiche immer wieder gern, wie eine Geschichte durch verschiedene Ausnahmekanäle wirkt.

Die Geschichte um die Winter People, welche auf die Schlafenden genannt werden, spielt auf zwei Zeitebenen. Diesen Fakt habe ich ganz gerne in Büchern. So gefiel es mir auch hier mehr über die Geschehnisse im Jahr 1908 zu erfahren, als auch der Geschichte in der Gegenwart gegenüber zu treten.

Kann ich Elisabeth Günther nun zu meiner favorisierten weiblichen Sprechstimme zählen, so hat es die Autorin Jennifer McMahon geschafft, einen weiblichen Charakter zu erschaffen, dessen Name mir heute noch wohlwollend in den Ohren klingelt: Sara Harrison Shea.
Dieser Name in Kombination mit Günther’s Stimme, ein Traum, sage ich euch.

Im Jahre 1908 lernen wir die Familie um Sara, ihren Mann Martin und deren 7- jähriger Tochter Gertie kennen. Nach einigen Fehlgeburten wird sehr schnell klar, welche intensive Bindung Sara zu ihrer Tochter hat. Eines Tages verschwindet Gertie und ihre Leiche wird wenig später in einem Brunnen entdeckt.
Das Drama nimmt seinen Lauf.

Zeitgleich verschwindet in der Gegenwart die Mutter von Ruthie und Fawn. Die beiden haben schon ihren Vater verloren. Wo kann ihre Mutter Alice nur sein?
Niemals würden Ruthie und ihre Schwester in den Sachen ihrer Mutter stöbern, doch um einen Hinweis auf ihren Verbleib zu bekommen, tun sie es.
Plötzlich finden sie eine Waffe, fremde Portemonnaies und ein Tagebuch einer gewissen Sara Harrison Shea.

In der Gegenwart begegnen wir noch einer dritten, für die Geschichte wichtige Figur. Katherine verlor ihren geliebten Ehemann vor kurzem bei einem Autounfall als er auf dem Rückweg eines weit entfernten Diners war. Als Katherine dieses Diner aufsucht, erfährt sie, dass ihr Mann dort mit einer Frau gesprochen hat.
Katherine forscht weiter und auch sie findet Auszüge aus dem Tagebuch von Sara Harrison Shea.

Schnell wird klar, dass die Autorin versucht einen Bogen zwischen Sara’s Geschichte 1908 und den aktuellen Geschehnissen um Ruthie’s Mutter und Katherine’s Mann zu spannen.

Als Hörer taucht man immer tiefer um die Legenden der Schlafenden ein.
Von Auntie, welche Sara wie eine Ersatzmutter war, erfuhr sie von einer Beschwörungsformel, um Tote wieder zu erwecken. In tiefer Trauer hat Sara nur einen Plan. Sie will Gertie zum Leben erwecken.
Auch andere Figuren kommen in diese Versuchung. Allerdings befindet sich dieses Erweckungsritual auf den lange verlorengegangenen Tagebuchseiten von Sara.

„Frage: Begrab mich
Unter Erd und Stein,
Und doch wirst nimmer
Los mich sein.
Was bin ich?

Antwort: die Erinnerung“
(Volkstümliches Rätsel)

Mehr möchte ich zum Inhalt nicht verraten.
Was eigentlich ein Schlafender ist, wie man sie zum Leben erwecken kann und welche schrecklichen Folgen dies mit sich bringt, sollte jeder Leser oder Hörbuchnutzer selbst erfahren.

Mich konnten die Autorin und auch die Sprecherin mit den einzelnen Geschichten der Figuren Sara, Ruthie und Katherine völlig begeistern. Auch das Setting im abgeschiedenen Vermont, umgeben von tiefen, dunklen Wäldern konnte mich über das gesamte Hörbuch in einen Bann ziehen.


Mein Fazit
Eine gruselige Atmosphäre mit einer noch schaurigeren Idee und einer Sprecherin, die sich traut zu schreien, wenn ein Schrei angebracht ist, machen dieses Hörbuch zu einem Highlight. „Winter People“ von Jennifer McMahon ist auf jeden Fall mein Hörbuchhighlight in diesem Jahr.
Dieses Hörbuch kann ich wirklich jedem empfehlen, einfach weil die Sprecherin ihren Job so toll gemacht hat. Natürlich steckt im Buch die gleiche Geschichte drin, also kommen auch alle Leser auf ihre Kosten.
Viel Spaß mit den Winter People.
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Die Autorin
Jennifer McMahon wuchs in Connecticut auf und schrieb schon als Kind Kurzgeschichten. Bevor sie sich völlig dem Schreiben von Romanen widmete, war sie in der Betreuung psychisch kranker Kinder und Erwachsener tätig. Die Autorin lebt mit ihrem Freund und der gemeinsamen Tochter in Vermont.
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